SR1 Lehrgang 2026
An zwei Wochenenden im Februar und März fand in Troisdorf der Lehrgang zum Erwerb der Qualifikation „Strömungsretter 1“ statt. 8 Teilnehmende aus verschiedenen Ortsgruppen des Rhein-Sieg-Kreises lernten an den zwei Wochenenden die Grundlagen der Strömungsrettung kennen, um in Zukunft als Einsatzkräfte in der öffentlichen Gefahrenabwehr und im Katastrophenschutz mitwirken zu können.
Doch bevor der eigentliche Lehrgang begann, mussten alle Lehrgangsteilnehmenden selbstständig die Grundlagen der Kommunikation und der Strömung in einem E-Learning Modul erarbeiten und dazu einen Test ausfüllen. Diese Vorbereitung bildete zusammen mit vorausgegangenen Lehrgängen die Grundlage für die Wochenenden.
Am ersten Freitag trafen sich alle im Vereinsheim der DLRG Troisdorf, um den erforderlichen Ausdauertest abzulegen und somit eine gewisse Grundfitness zu beweisen. Danach wurde der Abend genutzt, um die persönliche Schutzausrüstung (kurz PSA) zu überprüfen und die Inhalte aus dem E-Learning zu wiederholen.
Am folgenden Tag ging es direkt morgens los. Der gesamte Vormittag stand im Zeichen der Knoten und Seiltechnik. Die Lehrgangsteilnehmenden lernten die wichtigsten Knoten und auch auf was zu achten ist, wenn mit Seilen, Karabinern, Umlenkrollen und anderem Material gearbeitet wird. Danach wurden zwei Gruppen gebildet. Während eine Gruppe das kontrollierte Spannen eines Seiles mithilfe einer „Kara-Acht“ lernte, hatte die andere Gruppe die Möglichkeit, alle Knoten zu üben und diese auch mal praxisnah mit Handschuhen zu knoten. Nach einem stärkenden Mittagessen stand dann die erste Wassereinheit auf dem Programm. In zwei Gruppen sammelten so alle Teilnehmenden weitere Erfahrungen in strömenden Gewässern. Bei hohem Wasserstand der Agger wurde vor allem das Aus- und Einschwimmen in Kehrwasser, also strömungsarme Stellen, geübt. Aber auch die Rettung eines Patienten durch das zuwerfen eines Wurfsacks war ebenfalls ein wichtiger Aspekt.
Am Sonntag bot sich die Möglichkeit Erfahrungen im Wildwasser zu sammeln. Dafür wurde der Lehrgangsort nach Hagen-Hohenlimburg an die dortige Wildwasserstrecke verlegt. Die Wildwasserstrecke bietet den Vorteil, dass sich höhere Fließgeschwindigkeiten trainieren lassen als in anderen Flüssen in der Umgebung. Nach Ankunft aller Einsatzkräfte folgte eine erste Begehung der Strecke von Land aus, um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen und besondere Stellen für alle zu kennzeichnen. Kurz darauf folgte nach dem Anlegen der PSA ein erster Durchgang bei dem die Strecke schwimmerisch durchquert wurde. In den folgenden Stunden bis zur Mittagspause durchquerten alle die Strecke mehrere Male und versuchten auch mal die Seiten zu wechseln, was deutlich herausfordernder ist, als in Flüssen wie der Agger.
Doch auch an der Wildwasserstrecke stand wieder die Rettung im Vordergrund. Deshalb erklärten das Ausbilder-Team mehrere Varianten, wie man Personen aus starken Strömungen retten kann. Besonders die gesicherte und ungesicherte Springerrettung standen im Vordergrund. Hierbei erreicht man schwimmerisch den Patienten, greift diesen und wird durch eine lösbare Seilverbindung zwischen den Kräften an Land und einem selbst von der Strömung ans Ufer gedrückt. Nach zahlreichen Versuchen und vieler erfolgreich geretteter Patienten ging es für alle in die wohlverdiente Mittagspause mit heißem Essen, was nach dem kalten Wasser sehr gut tat.
Doch auch danach hatten das Ausbilder-Team noch einige Übungen auf Lager. So mussten alle Teilnehmenden ein Hindernis in der Strömung überschwimmen. Aber es wurde auch geübt wie man sich im Notfall mithilfe des Panikverschlusses aus einer Seilverbindung lösen kann, damit dieser Ablauf im Ernstfall funktioniert. Nach dem Aufräumen und Säubern der Materialien wurden alle in den wohlverdienten Feierabend entlassen. Es war ein sehr spannender und lehrreicher Tag.
Am nächsten Lehrgangswochenende stand der Samstag ganz im Zeichen der Seiltechnik. Am Vormittag wurden nochmal die Knoten wiederholt und danach machten sich alle mit ihren Klettergurten vertraut. Denn anschließend wurde das Abseilen ausgebildet. Je nach örtlichen Gegebenheiten und Einsatzsituation gibt es verschiedene Varianten, sich abzuseilen und zu sichern. Alle Varianten wurden erarbeitet und geübt. Am Nachmittag wurde die Schräghangrettung durch die Teilnehmenden aufgebaut und durchgeführt. Hierbei wird der Patient in einer Schleifkorbtrage mit zwei Strömungsrettern an einem Hang hinauf gezogen oder abgelassen. Zum Schluss ging es für eine kurze Einheit nochmal ins Wasser, um den Umgang mit dem Sled, einer Art kleinem Raft zu lernen.
Am letzten Tag wurde das zuvor erlernte Abseilen nun nicht mehr über dem Boden, sondern über dem Wasser durchgeführt. Bei Sonnenschein war das eines der Highlights im Lehrgang. Bei allen klappte es ziemlich gut und man gewöhnte sich mit der Zeit daran, dass man unten aus dem Seil herausrutscht und ein Stück ins Wasser fällt.
Danach folgten noch zwei Abschlussübungen. Einmal musste eine Person aus dem Wasser gerettet werden. Die Schwierigkeit bestand darin, dass es keinen Zugang gab. Deshalb war es Aufgabe der Teilnehmenden eine Abseilstelle selbstständig aufzubauen und sich zum Patienten abzuseilen. Als die erste Versorgung gewährleistet war wurde der Patient mithilfe des Sleds auf die andere Seite der Agger gebracht.
Das zweite Szenario war eine Personensuche entlang des Flussverlaufs. Nachdem die Person gefunden wurde, trugen alle zusammen die Person auf einer Schleifkorbtrage durch den Fluss auf die andere Seite.
Nach dem gemeinsamen Aufräumen und Säubern des Materials wurde mit allen
Teilnehmenden noch ein einzelnes Feedbackgespräch geführt. Nach dem gemeinsamen Lehrgangsabschluss erhielten alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen ihre Zertifikate und sind von nun an Strömungsretter 1!
Vielen Dank an die Lehrgangsleitung für die tolle Planung und Durchführung des Lehrgangs! Ein großer Dank geht auch an alle Helfenden sowie an das große Referenten-Team, ohne euch wäre der Lehrgang so nicht möglich gewesen!
Ich wünsche allen Beteiligten (weiterhin) viel Spaß und Erfolg in der Strömungsrettung und das ihr immer sicher und gesund wiederkommt.